Energiewende und Instandhaltung 4.0

Instandhaltungssoftware bei konventionellen Kraftwerken im Wandel der Zeit

Veränderte Fahrweisen konventioneller Kraftwerke, resultierend aus der politisch erzwungenen Vorlage ‚weg vom Kapazitätsmarkt hin zur Kapazitätsreserve, erfordern eine neue Ausrichtung des Kraftwerkbetriebs.

Energiewende01Massive Kostenreduzierungen, auch im Bereich der Instandhaltung, sind eine inhärente Folge der damit verbundenen, neuen wirtschaftlichen Herausforderungen. Mit der enormen Reduzierung des Kraftwerks- und damit auch des Instandhaltungspersonals ist gleichermaßen ein Umbruch der Instandhaltungsstrategien zu beobachten: Standen zuvor vorbeugende Instandhaltungsmaßnahmen (Störung) im Fokus der Instandhaltungstätigkeiten, wechselt dieser nun hin zu einer zustandsorientierten Instandhaltungsstrategie (proaktive Instandhaltung – Vermeidung von Ausfällen).

Die aus der ausfallorientierten Instandhaltung hervorgehenden Anforderungen an eine EAM-Software werden durch den Service-Request (Störmeldung) sowie durch die Workorder (Arbeitsauftrag) auch heute schon von den gängigen EAM-Softwarelösungen erfüllt.

Hinsichtlich der proaktiven Instandhaltung haben sich die Prämissen für die Kraftwerksbetreiber elementar geändert: Der Zustand einer Anlage/Komponente muss wesentlich detaillierter bewertet und daraus resultierende Maßnahmen abgeleitet werden.

Dieser Prozess soll unter dem Begriff „Industrie 4.0“ und daraus abgeleitet „Instandhaltung 4.0“ u. a. durch vermehrten Einsatz und Austausch von Prozess- und Maschinendaten sowie deren Auswertung und Analyse erreicht werden. Hier ist neben der Verfügbarkeit der Daten im Besonderen eine erweiterte Qualifizierung der Mitarbeiter erforderlich, um auch eine fundierte Nutzung und Bewertung der vorhandenen Daten zu gewährleisten.

Die aus den Maßnahmen zur ausfallorientierte Instandhaltung (Störung) resultierenden Anforderungen an eine EAM-Software werden durch den Service-Request (Störmeldung) sowie durch die Workorder (Arbeitsauftrag) auch heute schon von den gängigen EAM-Softwarelösungen abgedeckt.

Für die ersten Schritte in Richtung „Instandhaltung 4.0“ können die Daten relevanter Anlagenbereiche, deren Prozess- und Maschinendaten noch nicht elektronisch erfasst sind, auch manuell ermittelt und verarbeitet werden. Beim weiteren Einbinden von Maschinen/Systemen und Apparaten in die Systematik, wird der dabei anfallende und zu analysierende Datenumfang sehr schnell Dimensionen erreichen, die eine rein lokale Verarbeitung sprengt. Hier ergibt sich die Notwendigkeit, eine Produktions-DB einzurichten, die über Schnittstellen mit den anfallenden Daten gespeist wird. Daten, die dann wiederum per Analyseprogramme aufbereitet und verarbeitet werden und auf deren Basis die erforderlichen Instandhaltungsmaßnahmen abgeleitet und durch die EAM-Software initiiert werden können.

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Im Sinne der Umsetzung der Philosophie „Instandhaltung 4.0“ (proaktive Instandhaltungsstrategie) ist die Anbindung einer Produktionsdatenbank an die EAM-Software unerläßlich. Denn dadurch kann der Automatisierungsgrad erhöht und damit dem reduzierten Personalbestand im Bereich entsprochen werden.